KIRCHWEIH

 

Geldersheim / Deutschland

Traditionelle Bräuche, wie sie vielerorts schon seit Jahrhunderten praktiziert werden, bilden die Grundlage einer generationenübergreifend, gut vernetzten Gesellschaft. Jedoch scheint im Vergleich zu Spanien in Deutschland bezüglich Bedeutung und Stellenwert etwas kaputt gegangen zu sein, nachdem die Nationalsozialisten durch das Land wüsteten und viele Brauchtümer dieses Landes für ihren eigenen Zweck missbrauchten. Heutzutage scheint es ‚typisch deutsch‘ zu sein, eben nicht deutsch sein zu wollen. Durch die Flüchtlingskrise und einer immer stärker werdenden rechten Haltung, sind vermehrt Fragen nach unserer Identität laut geworden. Was macht die deutsche Kultur besonders, welche gehören zu unseren Bräuchen und gibt es allgenmein noch so etwas wie eine Traditionsvielfalt in Deutschland. Wie sind die Überlebenschancen bezüglich den jüngeren Generationen. Auf der Suche nach Antworten, erforsche ich über das nächste Jahr, deutsche Bräuche und spezialisiere mich dabei insbesondere auf solche, die von der UNESCO als Weltkulturerbe ernannt worden.

Die Serie ‚Kirchweih‘ beschäftift sich mit einem Brauchtum, welcher in den 50er Jahren laut Berichten von älteren Geldersheimern keine Anhänger mehr fand. Vermutlich durch die hohe Last des Wiederaufbaus. Die Wiederbelebung geschah vor ca. 30 Jahren durch den aktuell amtierenden Bürgermeister. Seitdem veranstaltet der Verein für Heimat- u. Brauchtumspflege Geldersheim wieder

die Kerwa nach altem Brauch mit fränkischem Tanzabend, Fichtenaufstellen und dem historischen Hammeltanz. Die Fichtenpaare gestalten in der Geldersheimer Tracht das Kirchweihwochenende mit ihren Tänzen und Liedern. Die Kerwa lebt vom Mitmachen und der Gemeinschaft. 

 

Das Medium ist die Dokumentarfotografie, welche vor allem durch Portraits und Detailaufnahmen mit einer gewissen Leichtigkeit die momentane europäische Identitätsfrage aufgreift und wiederum das Positive aufzeigt – wie Zusammenhalt, entstandene Offenheit und kulturelle Vielfalt.